Schmetterling © Gerd Altmann, pixelio
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Preisschlacht
DSL-Anbieter locken mit satten Rabatten

Noch nie waren Telefonieren und Surfen im Internet günstiger als heute. Die Konkurrenz ist groß und die Anbieter buhlen mit allerlei Lockangeboten um die Gunst der Kunden. Manche verfallen bei so viel verschiedenen Tarifen und Optionen in einen regelrechten Geschwindigkeitswahn. 16.000 kbit/s und mehr sind drin. Dabei stellen sich zwei Fragen: 1. Wer braucht das wirklich? 2. Wo kommt die beworbene Geschwindigkeit auch an? Die Internetforen sind voll von Diskussionen.

Vergleichstabelle: Günstigen Anbieter finden

Welche DSL-Geschwindigkeit liegt tatsächlich an und was tun, wenn die bezahlte Geschwindigkeit nicht zu Hause ankommt? Die DSL-Anbieter sind da allerdings nicht in der Pflicht. Im Kleingedruckten weisen Sie immer darauf hin, dass es sich um "bis zu"-Geschwindigkeiten handelt. Technisch sind die High-Speed-DSL-Anschlüsse nämlich gar nicht überall möglich, da die theoretisch erreichbare Geschwindigkeit auch davon abhängt, wie weit die nächste Vermittlungsstelle entfernt ist. Je weiter weg, desto lahmer wird die Leitung.

Ob man die Geschwindigkeit wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt. Gleichzeitig zwei Telefongespräche führen und im Intenet surfen – das schafft auch ein 2000er DSL-Anschluss ohne Probleme. Wer hingegen oft Videos in hoher Qualität herunterladen möchte, also beispielsweise die Video-on-Demand-Dienste der Anbieter fürs Fernsehen nutzt, braucht wirklich eine schnelle Leitung.

Tipp: Wer nicht so genau weiß, wie der Internetanschluss in Zukunft genutzt werden soll, greift erst mal zum kleineren Paket. Wechsel in einen höherpreisigen Tarif sind in der Regel ohne Probleme möglich.

Hier vergleichen: Die günstigsten Angebotge im Überblick

Günstiger geworden sind die Flatrates fürs Internet-Surfen und Telefonieren auch deshalb, weil man inzwischen keinen Telekom-Anschluss mehr braucht. Telefoniert wird in den meisten Fällen dann über das Internet (Voice over IP – kurz VoIP). Das funktioniert in der Regel ohne Probleme. Trotzdem muss man in Einzelfällen mit Störungen rechnen. Es kann sein, dass Echos zu hören sind, Verbindungen abbrechen oder die Leitung nur in eine Richtung funktioniert. Über eigene Telefonnetze verfügen nur Arcor, Alice und Versatel. Doch Achtung: Diese sind bei weitem nicht überall dort verfügbar, wo diese Anbieter ihre Anschlüsse offerieren. Gerade im ländlichen Raum ist so gut wie sicher, dass man auch hier eine Art VoIP-Anschluss erhält. Zusätzliches Probleme der VoIP-Anschlüsse: Bei DSL-Ausfall kann nicht telefoniert werden und bei Stromausfall ist das Telefon tot.

Wer das nicht will, muss seinen Telekom-Anschluss behalten oder bei Arcor, Alice und Versatel anfragen, ob über den Festnetzanschluss auch bei Stromausfall telefoniert werden kann. Wer nur mal schnuppern möchte, ob überhaupt ein DSL-Anschluss in Frage kommt und momentan noch über einen Telekom-Anschluss verfügt, ist am besten bei Congstar aufgehoben. Die Billigtochter der Telekom bietet ihre DSL-Tarife zusätzlich zum Telekom-Anschluss an. Diese sind jederzeit wieder kündbar. Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht. Allerdings fällt eine Einrichtungsgebühr von knapp 50 Euro an, worauf die Konkurrenz fast immer verzichtet. Für den gleichen Doppelflatrate-Preis (rund 40 Euro monatlich) schickt die Telekom jetzt auch ihr Call&Surf-Comfort-Paket ins Rennen, das sogar eine höhere Geschwindigkeit als das Congstar-Paket aufweist – dann aber mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten.

Unterschiedliche Strategien

Wer weiß, dass er künftig ohne Telekom-Anschluss auskommen wird, hat freie Auswahl. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Strategien. Wechselwillige wählen jetzt den günstigsten Tarif, gehen davon aus, dass die Preise weiter fallen und orientieren sich nach zwei Jahren wieder neu. Denn die Lockangebote setzen auf einen niedrigen Einstiegspreis, der sich dann nach Ablauf von kleineren oder größeren Zeiträumen entsprechend nach oben anpasst. So wirbt beispielsweise 1&1 mit drei kostenlosen Monaten oder o2 mit einem Preis für die Doppelflatrate von 21,25 Euro pro Monat. Nach Ablauf von 12 Monaten klettert die Monatsrate allerdings auf 25,50 Euro, nach einem weiteren Jahr dann auf 30 Euro. In der Übersichtstabelle sind deshalb die realen DSL-Monatsraten ausgewiesen. Alle Preisnachlässe werden in einer Rabatt-Position ausgewiesen.

Wer nicht auf anfängliche Rabatte sondern auf eine gleich bleibende monatliche Belastung setzt, fährt derzeit mit Strato innerhalb der erhobenen Anbieter am besten. Die Monatsrate beträgt 24,95 Euro. Neben der Doppelflatrate kann man zusätzlich kostenlos nach Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande, Österreich, Dänemark und Großbritannien telefonieren. Die Telefon-Flatrate gilt - wie bei allen anderen Anbietern auch - nur ins Festnetz. Doch auch bei Strato heißt es aufpassen. In manchen Regionen kostet das Paket auch 29,90 Euro. Übrigens: Wer bei Strato kauf, erhält einen Anschluss von freenet - komischer Weise bietet Strato zum gleichen Preis mehr Leistung.

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, die Kündigung des eigenen Anschlusses beim Wechsel dem neuen Provider zu überlassen, um Verwirrungen und lange Wartezeiten zu vermeiden. Darüber hinaus raten die Verbraucherschützer für den Fall, dass es zu Komplikationen kommt und der Wechsel nach drei Monaten immer noch nicht geklappt hat, eine Frist von weiteren drei Wochen per Einschreiben mit Rückschein zu setzen. In dem Schreiben sollte der Verbraucher erklären, dass er nach Ablauf der Frist vom Auftrag zurücktritt.

(Stand Juni 2008, alle Angaben ohne Gewähr.)